Zwei junge Männer, Anfang 20, auf
dem Weg von München nach Berlin. Paul will eigentlich nur schlafen. Henry
hingegen will sich seinen Kummer von der Seele reden und sucht einen Zuhörer.
Er erzählt seine Geschichte von einer komplizierten Dreiecksbeziehung,
die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, von einer Freundschaft
zwischen drei psychisch labilen Menschen, die unterschiedlicher nicht sein
könnten. Da ist einmal der fette, esssüchtige Jens, der nach Liebe
und Anerkennung giert, außerdem die schöne magersüchtige Christine
und schließlich Harry selbst, der an chronischem Durchfall leidet. Diese
Drei bilden ein Trio, das gerade durch deine Unausgewogenheit wieder in sich
stimmig scheint.
Doch unter der Oberfläche brodelt es. Langsam spitzt sich die Situation
zu, bis das ideale Kartenhaus der Freundschaft zusammenbricht und nichts mehr
hinterlässt als Angst und Grauen.
Auch Paul, der schweigsame Zuhörer, hätte eine Geschichte zu erzählen.
Ständig wird er von Gedächtnisrückblenden heimgesucht, die
deutliche Parallelen zu Henrys Erlebnissen aufweisen.
Dieses unheimliche Puzzle wird jedoch erst auf den letzten Seiten des Romans
aufgelöst. Auf grausame Art riss es mich aus meiner Erwartungshaltung,
die ich auf den letzten Seiten aufgebaut hatte, und ließ mich einigermaßen
ratlos zurück. Übrigens ist „Der Vogel ist ein Rabe"“erst
das zweite Buch des jung Autors Benjamin Lebert. Ich habe auch sein Debut
„Crazy“ gelesen und war begeistert.
.........................................................................................................................Jakob
Kaltmann
Auf jeden Fall ein tolles Buch für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren.